Ratgeber
Dach oder Parkplatz: Was rechnet sich für Handelsimmobilien
Eine Photovoltaikanlage auf einem freien, tragfähigen Dach ist deutlich günstiger als eine Parkplatzüberdachung, weil Fundamente, Stahlbau und Baugenehmigung entfallen. Bei Handelsimmobilien scheitert das Dach jedoch häufig an der Statik, an Aufbauten oder an den Eigentumsverhältnissen.
Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar
Erst das Dach, dann der Parkplatz. Eine Dachanlage braucht keine Fundamente, keinen Stahlbau, keine Entwässerung und in vielen Bundesländern keine Baugenehmigung. Sie kostet je Kilowattpeak deutlich weniger.
Wer diese Frage überspringt, verkauft etwas, statt zu beraten.
Vier Bedingungen für das Dach
Die Dachfläche ist frei, also nicht schon mit Technik belegt. Die Statik hat Reserven für zusätzliche Last. Es stehen wenige Aufbauten im Weg. Und das Dach gehört demselben, der die Anlage bezahlt.
Alle vier müssen gleichzeitig erfüllt sein. Drei von vier reichen nicht.
Warum das bei Handelsimmobilien oft nicht klappt
Handelsimmobilien aus den Achtzigern und Neunzigern haben Leichtbaudächer. Sie tragen sich selbst und den Schnee, mehr war nicht vorgesehen. Eine statische Nachrechnung geht häufiger negativ aus als positiv.
Dazu kommt die Technik. Kälteanlagen, Rückkühler, Lüftungszentralen und Oberlichter belegen die Fläche und verschatten, was übrig bleibt. Bei einem Vollsortimenter ist das Dach in der Regel voll.
Und dann die Eigentumsfrage. Bei Filialen mit Grundstücksteilungen gehört das Gebäude manchmal jemand anderem als die Stellplatzanlage.
Der Fall, in dem sich der Vergleich dreht
Muss das Dach vorher saniert werden, ändert sich das Bild grundlegend. Eine Sanierung kostet je nach Aufbau ein Vielfaches der Anlage.
Eine Dachsanierung ist eine Entscheidung, die Sie unabhängig von der Photovoltaik treffen sollten. Wer sie nur trifft, um Module tragen zu können, rechnet sich etwas schön.
Was die Überdachung mitbringt
Zwei Dinge, die eine Dachanlage nicht hat: überdachte Stellplätze, die Ihre Kunden sofort bemerken, und einen Ort für Ladepunkte, an dem Kunden ohnehin stehen.
Der zweite Punkt verändert die Rechnung stärker als alles andere, weil er aus überschüssigem Strom Erlös macht statt Einspeisevergütung.